Egregor-Ransomware unter der Lupe – das heimliche Erbe der Maze-Entwickler?

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Seit September 2020 macht die Egregor-Ransomware ihre unheilvolle Runde durch die Unternehmensnetzwerke und dabei mit ungewöhnlichen Methoden auf sich aufmerksam. Die SophosLabs haben sich die Erpressersoftware näher angeschaut und in einem Report zusammengefasst, wie die Angreifer dabei vorgehen. Der Bericht “Egregor ransomware: Maze’s heir apparent” stützt sich auf mehrere Vorfälle, an denen Egregor seit September beteiligt war. Sophos-Forscher fanden dabei unter anderem:

  • Unterschiedliche Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs) bei Angriffen verschiedener Urheber, die zeigen, wie sehr kriminelle RaaS-Kunden ihre Angriffsansätze variieren können und damit einen Abwehrschutz schwieriger machen
  • Ähnlichkeiten mit Maze Ransomware, wie z. B. die Verwendung der ChaCha- und RSA-Verschlüsselungsalgorithmen
  • Verbindungen zwischen Egregor und und der Malwarefamilie Sekhmet (Egregor ist eine Ableitung von Sekhmet)
  • Ähnlichkeiten mit Ryuk-Ransomware-Angriffen. In einem vom Sophos Rapid Response-Team untersuchten Vorfall stimmen die Verwendung von Cobalt Strike, das Kopieren von Dateien in das Verzeichnis C: \ perflogs sowie die Verwendung von SystemBC – einem böswilligen Tor-Netzwerk-Proxy – mit dem beobachteten Verhalten während einer Ryuk-Attacke im September 2020 überein

„Die Ergebnisse zeigen, wie schwierig es für IT-Sicherheitsteams sein kann, sich gegen Ransomware-as-a-Service-Angriffe zu verteidigen, da die Cyberkriminellen mittlerweile häufig auf mehrere Vertriebskanäle für ihre Malware setzen, um ihre Opfer zu erreichen. Hierdurch entsteht ein vielfältigeres Angriffsprofil, das schwerer vorherzusagen ist.“ Die Anzahl der Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs), die von jedem Ransomware-Typ verwendet werden, sind den Forschern zufolge deutlich gestiegen. Eine durchdachte Verteidigungsstrategie ist daher unerlässlich. „Angesichts der Tatsache, dass die Gruppe hinter Egregor behauptet, gestohlene Daten zu verkaufen, wenn Lösegeld nicht gezahlt wird, reicht es nicht aus, nur eine gute Sicherung der Organisationsdaten zu haben, um Ransomware zu entschärfen,“ so Gallagher weiter. „Das Blockieren gängiger Exfiltrationsrouten für Daten – beispielsweise das Verhindern von Tor-Verbindungen – kann das Stehlen von Daten erschweren.“ Die beste Verteidigung bestehe jedoch darin, zu verhindern, dass Angreifer überhaupt im Netzwerk Fuß fassen: „Eine gute Aufklärung der Mitarbeiter ist dafür ebenso wichtig wie der Einsatz eines Threat-Hunting-Expertenteams.“

Der gesamte Bericht in englischer Sprache findet sich hier: Egregor ransomware: Maze’s heir apparent

 

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